Fasten bei Diabetes: Was gibt es zu beachten?


Regelmäßiges Fasten senkt das Brustkrebsrisiko, schützt vor Demenz und kann einer neuen Studie zufolge sogar eine heilsame Wirkung bei Diabetes haben.


OpenClipart-silviarita @ pixabay.com - CC0 1.0
Doch wie funktioniert diese "Neuprogrammierung" des Körpers? Und was müssen Menschen mit Diabetes beachten, wenn sie für mehrere Tage oder gar Wochen auf feste Nahrung verzichten?

Diabetes und Ernährung – Blutzucker senken durch Essen

Dass die Ernährung entscheidenden Einfluss auf das Diabetesmanagement hat, weiß man schon lange. Aus diesem Grund werden Betroffenen und deren Familien in umfangreichen Schulungen Diabetes Rezepte an die Hand gegeben, die nicht auf der Grundlage einer speziellen Kost zusammengestellt sind, sondern vielmehr auf eine abwechslungsreiche Mischkost mit viel Obst und Gemüse, komplexen Kohlenhydraten, einem hohen Ballaststoffanteil und hochwertigen Fettsäuren setzen. Doch obwohl man heute weiß, dass eine diabetesgerechte Ernährung bei der Stabilisierung des Blutzuckers helfen kann und bestimmte "Superfoods" wie Gojibeeren und Zitrusfrüchte die Glukosemenge im Blut sogar aktiv senken, ist einer anderen Möglichkeit bisher recht wenig Beachtung geschenkt worden: der Möglichkeit, gar nicht zu essen.

Fasten bei Diabetes – wenn der Körper sich selbst heilt

Laut einer Studie des kalifornischen "Longevity Institute", die im Februar 2017 veröffentlicht wurde, können regelmäßige Fastenperioden die Ausbildung neuer (funktionstüchtiger) Bauchspeicheldrüsenzellen anregen. Dieses Ergebnis würde für Menschen mit Typ-1-Diabetes, deren Pankreaszellen vom eigenen Immunsystem angegriffen werden, und Typ-2-Diabetes, deren Zellen nicht ausreichend viel Insulin produzieren, bedeuten, dass sie ihren Körper durch Fasten gleichsam "umprogrammieren" und die Insulinresistenz (Typ-2-Diabetes) bzw. die Autoimmunerkrankung (Typ-1-Diabetes) bis zu einem gewissen Grad reversieren könnten. Doch selbst, wenn die Bauchspeicheldrüse nach dem Fasten immer noch kein Insulin produziert, bieten regelmäßige Fastenintervalle Menschen mit Diabetes eine Reihe von Vorteilen:
  • Stabilisierung des Blutzuckers: Je weniger Nahrung aufgenommen wird, desto weniger Insulin wird benötigt. Das hat in vielen Fällen zur Folge, dass das Hormon nach dem Fasten besser wirkt und dementsprechend weniger zugeführt werden muss.

  • Abnahme des LDL-Cholesterins: Durch regelmäßige Fastenintervalle wird die Menge an LDL-Cholesterin im Blut gesenkt. Ein stabiler Cholesterinspiegel senkt z.B. das Risiko eines Herzinfarkts – das für Menschen mit Diabetes ja erhöht ist.

  • Ernährungsgewohnheiten verbessern: Regelmäßiges Fasten kann Menschen, die mit einem zu hohen Körpergewicht zu kämpfen haben, was die Insulinwirkung zusätzlich einschränkt, dabei helfen, den Teufelskreislauf schlechter Ernährungsgewohnheiten zu durchbrechen. Da sich während des vorübergehenden Nahrungsverzichts u. a. die Geschmacksknospen regenerieren, fällt es vielen Menschen im Anschluss leichter, auf frische Nahrungsmittel umzusteigen.

Fasten – was Menschen mit Diabetes beachten sollten

Menschen mit Diabetes sollten beim Fasten auf einige Dinge besonders achten. So sollte beispielsweise auf strenge Fastenkuren, bei denen vollständig auf feste Nahrung verzichtet und lediglich Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte zugeführt werden, verzichtet werden. Die Fastenkur sollte mit einem Arzt besprochen werden und gegebenenfalls unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, damit die Anpassung der Medikation gewährleistet ist und sichergestellt werden kann, dass die zugeführte Nahrung ausreichend viele Vitamine, Nährstoffe und Mineralstoffe enthält, ohne jedoch die positiven Effekte des Fastens zu gefährden. In der Regel nehmen Menschen mit Diabetes während des Fastens zwischen 500 und 800 kcal zu sich. Eine bewährte Methode ist hier beispielsweise die Fastenkur nach Buchinger, die sich aus Entlastungstagen (davor), Darmreinigungen (währenddessen) und Aufbautagen (danach) zusammensetzt, oder auch das Basenfasten mit Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten. Vollständig auf das Fasten verzichten sollten Menschen mit
  • Herz-Kreislauf-Problemen,
  • Krebserkrankungen,
  • Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse,
  • (schweren) Leber- und Nierenerkrankungen,
  • Schwangere u. Kinder,
  • Menschen mit Essstörungen

Fastenzeit – Tipps u. Tricks gegen den Hunger

Wer unter ärztlicher Aufsicht fastet, ist während dieser Zeit normalerweise gut beschäftigt – und das hat seinen Grund: Viele sportliche Aktivitäten wie leichtes Cardiotraining, Spazieren oder Yoga verstärken nicht nur die positiven Effekte der Fastenkur, sondern sorgen auch für Ablenkung. Wer sich auf andere Dinge konzentriert, vergisst das nagende Gefühl in der Magengegend. Der erste Tipp für eine erfolgreiche Fastenzeit lautet also: sich beschäftigen. Weitere nützliche Tipps und Tricks gegen den Hunger sind:
  • Richtiger Einstieg: Es sollte grundsätzlich mit sog. "Entlastungstagen" begonnen werden (keine verarbeiteten Lebensmittel, kein Natrium, kein Gluten, keine tierischen Eiweiße).

  • Darmreinigung: Die Reinigung des Enddarms ist für viele Menschen zwar eine Überwindung, doch sie sorgt für ein extrem geringes Hungergefühl während der Fastenzeit. Natürliche Abführmittel sind Wassereinläufe, Pflaumen- und Sauerkrautsaft.

  • Trinken: Fastende sollten jeden Tag mindestens drei Liter reines Wasser bzw. ungesüßten Tee trinken. Je besser der Körper hydriert ist, desto seltener kommen Hungergefühle auf.
  • Mit freundlicher Unterstützung von Accu-Chek®!
Anzeige


Noch mehr Gesundheit für Sie